Karin Kraus aus Deutschland ging  zunächst als Urlaubsvertretung als Med.-techn. Assistentin nach Tanzania. Aber Afrika hat sie nicht mehr losgelassen. Inzwischen ist sie schon mehr als 40 Jahre dort. Nach  ihrem ersten Einsatz kam sie zurück, um eine Ausbildung als Tierärztin zu machen. Zwei Jahre lebte sie in der Steppe, zog von Kral zu Kral und sorgte für die Tiere, die den ganzen Reichtum der Nomaden darstellen. 25.000 Rinder in einem Gebiet von 400 km Durchmesser. Die Massai waren tief beeindruckt davon, dass eine Frau mit soviel Mut und Einsatz für sie da war. Sie nahmen sie als eine der Ihren an, fragten aber auch danach, was sie dazu bewegt und woher sie die Kraft hat. Das öffnete dann den Weg für ihre Missionsarbeit.

Mit P.Odilo, einem Missionar aus Münsterschwarzach baute sie eine Missionsstation in Handeni auf, die sie jetzt mit afrikanischen Priestern  leitet. „Gesandt zu heilen“ war ihr Lebensmotto. Und es ist in diesem Land, das von großen Dürren, Überschwemmungen, Seuchen und anderen Katastrophen heimgesucht wird, für viele  wahr geworden. Was zunächst undenkbar schien, ist Wirklichkeit geworden. Heute feiern Massai und Bantu miteinander Gottesdienst. Karin ist auch künstlerisch begabt. So hat sie  für ihre Katechese Bilder gemalt und die darstellerischen Talente der Massai nützt sie für biblische Mysterienspiele in der Liturgie.       

Handeni ist jetzt eine Stadt von 35.000 Menschen mit 15 verschiedenen Stämmen. Auf der Missionsstation sind Muslime ihre Mitarbeiter als Handwerker und Fahrer und unter den Massai gibt es Mitarbeiter in der Katechese und im mobilen Veterinärdienst in der Steppe.

Karins Einsatzgebiet ist jetzt wieder vielfach die Steppe. Die Nomaden werden seßhafter und bilden Gemeinden. Mit ihrer Hilfe baut sie Zisternen und Kirchen. Wasser brauchen sie zum Überleben und Kirchen für die Gottesdienste und Versammlungen. Sie besorgt mit Hilfe von Spenden das Material und fährt hunderte Kiometer weit um Wasser für den Bau aus einem Fluss zu holen.

 „Der Dornbusch in der Steppe und in Handeni

brennt noch immer für mich -

mit seinen Herden und Hürden

und mit der Zusicherung Gottes:

Ich bin, der ich mit dir bin.“